Gewinnspielabzocke – unerwünscht und höchst gefährlich

Wie entlockt man einer Person am effektivsten vertrauliche Daten? Wenn es um Geldgewinne geht, lassen viele Menschen ihre Skepsis bei Seite und offenbaren dem vermeintlichen Glücksboten ohne Zaudern die eigenen Bankdaten. Schließlich geht es ja darum das Konto zu füllen und nicht zu leeren. Leider ist aber meist Letzteres der Fall.

Woher hat das Call-Center meine persönlichen Daten wie Rufnummer und Namen?
In vielen Fällen ist eine vorausgegangene Teilnahme an einem Gewinnspiel die Ursache für ungewollte Telefonanrufe. Über das Internet, im TV, bei Stadtfesten und auch beim Einkaufen in der Stadt füllt man schnell mal eine Gewinnspielteilnahme aus. Dabei werden in den meisten Fällen persönliche Informationen für eine eventuelle Gewinnbenachrichtigung preisgegeben. Was auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist: Gewinnspielveranstalter handeln oft mit diesen Informationen und geben dann auch deine Daten zu Marketingzwecken weiter. Das Einverständnis in telefonische Werbung, welches man eventuell auf der Teilnahmekarte des Gewinnspiels erteilt hat, wird dann von den "verbundenen Unternehmen" und "Partnerunternehmen" des Gewinnspielausrichters zur Telefonaquise genutzt. Meist ist jedoch auf dem Teilnahmezettel zum Gewinnspiel nicht zu lesen, wer die Partnerunternehmen sind und wie viele es gibt.
Im Grunde gilt es immer darauf zu achten, die eigenen Daten nicht preiszugeben! Bei Online Diensten ist es oft der Fall, dass man unbewusst der Weitergabe von persönlichen Informationen zu Werbezwecken zustimmt. Ergo, lest stets das Kleingedruckte! Um auf Nummer sicher zugehen könnt ihr der Nutzung ihrer Daten in schriftlicher Form widersprechen.

Ich habe bei keinem Gewinnspiel teilgenommen
Call-Center sind verpflichtet, die Herkunft der Datensätze auf Anfrage zu belegen. Desweiteren dürfen Call-Center ihre Nummer bei Anrufen nicht unterdrücken. Ihr solltet also die entsprechenden Fragen stellen, wenn ihr euch den Anruf nicht erklären kannst. Es ist dabei durchaus möglich, dass ein Dritter eure Daten weitergegeben hat. Insbesondere wenn eine Nummer viele negative Bewertungen im Internet aufweist, die darauf hindeuten, dass keine rechtskonforme Grundlage für die Telefonate besteht, kann man Beschwerde bei der Bundesnetzagentur einreichen. Hier geht es zur Beschwerde:
www.Bundesnetzagentur.de

Nicht verzagen - Das 1 mal 1 der Gegenwehr

Nutzt das Offensichtliche – Telefonbuch 2.0
Bevor du etwas gegen solche Gaunereien unternehmen kannst, gilt es die Nummer des Anrufers zu identifizieren. Hierbei sollten Telefonbuchseiten die ersten Anlaufstellen darstellen, denn diese lassen in der Regel ein Recherche zum Rufnummerninhaber zu. Obwohl oftmals unseriöse Call-Center es vermeiden in diesen Verszeichnissen gelistet zu werden, solltet ihr es euch dennoch nicht nehmen lassen die Rufnummernverzeichnisse zu durchforsten. Dank Web 2.0 ist dies lediglich ein Frage von Sekunden:
www.11880.de
www.dastelefonbuch.de

Ihr seit nicht allein - Tauscht euch aus
Solidarisiert euch in Foren und Blogs miteinander. Andere Menschen haben die gleichen Probleme und wieder Andere haben sich bereits erfolgreich dagegen zur Wehr gesetzt. Scheut nicht davor zurück in Foren nach Rat zu fragen. Hier zum Bespiel findet ihr Informationen und Diskussionen zu vielen, bereits bekannten Abzocknummern:
www.telefon-diskussion.de

Immer ein offenes Ohr – Die Verbraucherzentrale
Auch wenn man der Meinung ist, der Staat sei untätig, sollte man nicht vergessen, dass Institutionen wie die Verbraucherzentrale lediglich aus dem einfachen Grund bestehen, den Verbrauchern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Im Allgemeinen rät die Verbraucherzentrale eine Beschwerde der nervigen Telefonnummern beim der Bundesnetzagentur. Wenn sich genügend Leute beschweren wird die Nummer gesperrt. Sollte es bereits zum Erhalt von Mahnungen und Rechnungen gekommen sein wird in der Regel empfohlen diese zu ignorieren. Die einzige Ausnahme bildet dabei der gerichtliche Mahnbescheid. Bei diesem habt ihr 2 Wochen Zeit zum Thema Stellung zu beziehen, ansonsten wird es kritisch. Doch auch hier klingt es lediglich schlimmer als es eigentlich ist, denn im Grunde spielen die Betrüger hier nur ihren letzten Trumpf um an ihr Geld zu kommen. Widersprechen sie dem Anspruch insgesamt! In der Regel ist dem Betrüger eine Klage zu heiß. Mehr Details findet ihr hier.
Desweiteren lohnt es sich die Länderspezifischen Seiten der Verbraucherzentrale regelmäßig zu sichten um stets, durch deren Hinweise und Ratschläge, auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. Fogende Seite leitet euch zur Verbraucherzentrale eures jeweiligen Bundeslandes weiter.
verbraucherzentrale.de

Wenn der Anwalt klingelt... oder: Beim Anwalt klingeln...
Ob ihr nun an einem Gewinnspiel teilgenommen habt oder nicht, Eines gilt immer: Bewahrt einen kühlen Kopf! Lasst euch weder verunsichern noch einschüchtern, damit spielt ihr nur den Betrügern in die Hände. Selbst wenn mit Anwalt und Gericht gedroht wird, solltet ihr nicht vergessen, dass der Fordernde in der Beweispflicht steht. Zudem gilt es auch die Gewichtigkeit von Anwalt und Inkassounternehmen nicht zu überschätzen, denn im Grunde sind auch diese lediglich Dienstleister, welche im Interesse des Mandanten handeln, oft aber gar nicht über dessen Machenschafften im Bilde ist. Wie ihr dem Allem am besten entgegentreten können, erfahrt ihr hier.
Obwohl die Wahrscheinlichkeit einen im Ausland sitzenden Betrüger direkt zu belangen eher gering ausfällt, existieren durchaus Mittel und Wege den Spieß umzudrehen. Macht dessen Bank auf die Betrügereien aufmerksam oder meldet die Nummer bei der Bundesnetzagentur. Zudem könnt ihr euch direkt bei dem Inkassounternehmen oder Anwalt beschweren, da, wie oben bereits erwähnt, diese oft nicht über die Machenschaften ihrer Mandanten im Bilde sind. Weitere Informationen zu diesem Thema findet ihr hier.

Die Methoden der Gewinnspielabzocker

Das System der Betrüger basiert auf einer ausgeklügelten Kombination verschiedener Wege um an ihr Geld zukommen:

1. Die Cold Call Methode
Dem Angrufenem wird vorgegaukelt, er habe vor einiger Zeit an einem Gewinnspiel teilgenommen. Da in diesem Zeitraum einige Kosten angefallen sind, müssen diese nun beglichen werden. Gleichzeitig wird dem Angerufenem eine "preisgünstige" Kündigungsoption angeboten. Man müsse nur die Bankdaten "abgleichen". Mehr Details findet ihr hier.

2. Automatisierte Anrufe
Diese Methode kommt der Ersten ziemlich nah nur mit Unterschied, dass hier der Call Center Agent schlicht und einfach eingespart und durch ein Bandansagegerät ersetzt wird. Sofortiges Auflegen ist bei dieser Masche der einzige Weg der Kostenfalle zu entgehen. Solltet ihr dennoch zu einem Call Center Agent weitergeleitet werden, kostet jede weitere Gesprächsminute 1,99 Euro. Mehr Details findet ihr hier.

3. Die Abzocke über Telefonrechnung
Auch bei dieser Variante wird man per Anruf über die Teilnahme an einem kostenpflichtigen Gewinnspiel informiert. Gegen eine Einmalzahlung kann laut Anrufer die Teilnahme am Gewinnspiel sofort gekündigt werden. Abgerechnet wird per Telefonrechung, da es bei Dieser schwieriger ist, die Zahlung zu verweigern als bei der Bank die Abbuchung zu stonieren. Mehr Details findet ihr hier.

4. Augen auf! - Abbuchung kleiner Beträge
Diese Masche ist wohl die Effektivste. Im Grunde werden einfach ab und an kleinere Beträge vom Konto abgebucht ohne das nur ein Telefonat geführt wurde. Sollten die Abbuchungen vom Kontoinhaber stoniert worden sein, hagelt es meist Drohungen von Anwalt und Inkassobüros. Da viele Menschen sich nicht sicher sind ob sie überhaupt an einem Gewinnspielt teilgenommen haben und es sich "nur" um einen kleinen Betrag handelt, wird den Betrügern oft freie Hand gelassen. Mehr Details findet ihr hier.

Von Medikamenten, Möchtegern Verbraucherschützern und anderen Abzockmethoden

Obwohl das zunehmende Gesundheitsbewusstsein in unserer Gesellschaft durchaus als positive Entwicklung zu verbuchen ist, birgt es auch diverse Möglichkeiten zur Bereicherung für Diejenigen, welche weder Skrupel noch Reue empfinden. Opfer werden gesundheitsbewusste Menschen und vermehrt auch Senioren. Gelockt wird mit kostenlosen oder preisgünstigen Probelieferungen. Jedoch kommt eine Einwilligung zur Probelieferung einer mündlichen Vertragsabschließung gleich. Dadurch gerät der Otto-Normal-Bürger ungewollt in ein langfristiges und vorallem überteuertes Lieferverhältnis, welchem nur schwer zu entrinnen ist. Mehr Details findet ihr hier.

Unwissenheit ist der größte Garant für den Erfolg der Betrüger. Unverschämterweiße reizen die Übeltäter diesen Vorteil bis zum Letzten aus. Eine neue, doch überraus effektive Methode besteht in der Immitation der Verbraucherschützer selbst. Dem Anrufer wird die Existenz einer Anruf-Sperr-Liste vorgegaukelt. Sollte man sich auf dieser Liste eintragen wollen, bedarf es eines Abgleichens persönlicher Daten. Desweiteren fällt zufällig noch eine kleine Bearbeitungsgebühr an, welche es zu begleichen gilt. Mehr Details findet ihr hier.

Auf die Spitze treibt es die erlogene Sammelklage. Die Opfer einer Telefonabzocke schließen sich zusammen um die Übeltätern endlich hinter Schloss und Riegel zu bringen. Doch verbirgt sich auch hier niemend anders als der Übeltäter selbst. Denn um der Sammelklage beitreten zu können müsse auch hier eine kleine Bearbeitungsgebühr gezahlt werden. Mehr Informationen zum Thema finden sie hier.

Als besonders gefährlich entpuppen sich Betrüger in Gestalt von Versicherungen. Deren Zielgruppen bestehen bevorzugt aus Unternehmen und deren Verwaltungen. Da Sicherheit immer ein sensibler Punkt bei Unternehmen ist, findet der Anrufer schnell Gehör und offeriert freigiebig zusätzliche Sicherheitsartikel wie Verbandskästen und Schutzkleidung. Privatleute bleiben meist von dieser Masche verschont, Betriebe sollten allerdings bei diesen Gesprächen doppelt so gut hinhören wie sonst. Mehr Details findet ihr hier.
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